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Ihr Vorname bedeutet in ihrer Muttersprache "Einheit", doch eigentlich
ist sie eine kleine Offenbarung. Hadnet Tesfai - nach Nina Eichinger,
Claire Oelkers und Ariane der mittlerweile vierte Neuzugang bei MTV
innerhalb weniger Monate - begreift sich eben nicht nur als Moderatorin,
sondern auch als Journalistin. Infogehalt kommt bei ihr dankenswerter
Weise vor Hippness - "ein Überbleibsel aus meiner Zeit beim
öffentlich-rechtlichen Rundfunk", wie sie sagt. Gleichzeitig bezeichnet
sich die 28-Jährige, deren Eltern früh aus Eritrea ins "Schwabeländle"
übersiedelten, als "echtes Kind von MTV". "Ich wuchs mit 'Yo! MTV Raps'
auf. Jetzt den gleichen Job wie meine Kindheitshelden Dr. Dre und Ed
Lover zu machen, ist schon der Wahnsinn!"
Hadnet moderiert bei MTV die Sendungen "Urban" (montags, 20.05 Uhr) und
"Urban TRL" (dienstags, 16.05 Uhr). HipHop, Rap und R'n'B stehen hier
klar im Vordergrund - oder wie es der Lockenkopf Jahrgang 79 bezeichnet:
"die Liebe zum Beat und Bass". Und obwohl sie als Musikverrückte mit der
Materie mehr als vertraut ist, war sie bei ihrer ersten Live-Sendung
"leicht panisch". "Zum Glück hatte ich einen ganz zauberhaften Gast, der
mir sagte, dass er ziemlich nervös sei. Ich antwortete nur: 'Super, ich
auch! Das kann nur gut werden.'"
Wurde es auch. Das Feedback der Fans in den Foren ist überwiegend
positiv. "Gut, ich kann jetzt nicht behaupten, dass mich die Leute schon
auf der Straße ansprechen und sagen: 'Geile Sendung!' - von den Jungs in
meinem Viertel vielleicht einmal abgesehen." Die waren hellauf
begeistert, dass ihre Nachbarin jetzt Mucke bei MTV anmoderiert. Hadnet
(leider schon vergeben, Jungs!) wohnt "bei Massiv um die Ecke", in
Berlin-Wedding - "insofern ist nicht nur die Nähe zu meinen Zuschauern,
sondern auch zu den Künstlern da."
Ihr Werdegang? Klassisch, ein bisschen kurios - und vor allem
zielgerichtet. Nach ihrem Abitur zog es sie aus Göppingen nahe Stuttgart
in die Hauptstadt, wo sie ein Praktikum bei einem Radiosender ergatterte
- wenngleich sie gesteht, etwas blauäugig an die Sache herangegangen zu
sein. "Dass weit mehr zu dem Job gehört, als nur Musikfan zu sein, hat
sich mir dort schnell erschlossen." Irgendwann landete sie bei Radio
Fritz, fing an, zu moderieren und Reportagen zu produzieren. "Diese
Schiene hatte ich immer fest im Blick. Nur, ob es letztlich Radio oder
Fernsehen werden würde, habe ich den Zufall überlassen." Der führte sie
auch zu einem Casting für ein Comedy-Format, bei dem jemand von MTV auf
sie aufmerksam wurde. Für den Job als Spaßmacherin wurde sich abgelehnt,
dafür schlug sie sich beim Musiksender umso besser.
Gibt es einen Plan B für die Zeit nach MTV? "Ich habe immer noch ein
abgeschlossenes Studium in der Tasche und muss mir deshalb wohl wenig
Sorgen machen. Ob ich beim Musikjournalistmus bleibe oder in eine andere
Sparte wechsle, wird sich zeigen. Möglichkeiten gibt es immer", sagt
Hadnet, die sich selbst als "Macherin" bezeichnet und mit "Bremsern"
überhaupt nicht klarkommt. Klingt arrogant? Ist sie aber nicht. Im
Gegenteil. "Ich bin ein offener Mensch, der wahnsinnig schnell mit
anderen ins Gespräch kommt und Gemeinsamkeiten feststellt." Weil sie
diese Charaktereigenschaft auf eine extreme Probe stellen wollte, nahm
sie bei der ProSieben-Show "Survivor" teil
Ein Trip auf eine verlassene Insel, den sie wohl heute nicht mehr wagen
würde - auch wenn MTV wegen Hadnets Sprachentalent (Englisch,
Französisch, Tigrinya, Arabisch) behauptet: "Mit der Frau könnte man
sich auf der ganzen Welt verlaufen."
Autor: Gerd Hilber/teleschau - der
mediendienst
Bilder: MTV
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